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BRT Architekten LLP, Hamburg
Gorch-Fock-Schule

Bauaufgabe: Erweiterungsbau Gorch-Fock-Grundschule Blankenese. Die Aufgabe entsteht aus der Verschmelzung von zwei parallelen Initiativen: Ergänzungs- beziehungsweise Neubaumaßnahmen der Behörde für Schule und Berufsbildung zum Bau einer Pausenhalle und acht Klassenräumen als Ersatz für die bestehenden Pavillons sowie zur Reaktivierung vorhandener Sportplatzflächen
Standort: Karstenstraße 22, 22587 Hamburg-Blankenese
Bauherr: Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Hamburg
Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Dr. Binnewies, Hamburg
Haustechnik: Ingenieurgesellschaft Ridder & Meyn mbH, Hamburg
Außenanlagen: Zeitnitz und Groth Landschaftsarchitekten, Hamburg
Schallschutz / Raumakustik: Taubert und Ruhe GmbH Beratende Ingenieure VBI, Halstenbek
Konstruktion / Material: Stahlbeton, Glas-Aluminium-Fassaden
Baufertigstellung: 08/2012
 

BRT Architekten LLP, Hamburg
Gorch-Fock-Schule

Das städtebauliche Konzept des Entwurfes orientiert sich an den originären Erweiterungskonzepten des Bestandsgebäudes aus den 20er Jahren und seinem Zusammenspiel mit hochwertigen Landschaftsräumen und -elementen. Zukünftige Erweiterungen sollten danach in südlicher Verlängerung und mit Verbindung zu zentralen Treppenbauwerken umgesetzt werden. Durch Umwidmung eines Teils des befestigten Pausenhofes in eine Pausenhalle, die südlich an das zentrale Treppenhaus des Altbaus anschließt, wurde diese Idee sinngemäß umgesetzt. In einem zweiten Erweiterungsring werden die Gebäudebereiche der acht Klassenräume in Form einer Sportplatzbebauung, quasi wie eine Tribüne in und über den heute geschosshohen ‚Wall‘ integriert. Der alte Schulbau erhält ein neues Gegenüber fast identischer Grundrissausdehnung – ein wenig luftiger und spielerischer gestaltet als der Altbau, aber durchaus in der Lage, einen spannungsreichen räumlichen Übergang zum höheren Sportplatzniveau zu schaffen und dafür Sorge zu tragen, dass der großzügige Sport- und Spielbereich durch räumliche Einbindung zum gleichwertigen Mitspieler des Schulalltags und Schulensembles werden kann. Die Pausenhalle, das Verbindungselement von alten und neuen Schulbausteinen, ist die neue bauliche Mitte und das zukünftige Herz der Gorch-Fock-Schule.

BRT Architekten LLP, Hamburg
Gorch-Fock-Schule

Die Gorch-Fock-Schule kann mit ihrem Erweiterungsbau im wahrsten Sinne des Wortes als Verkörperung einer positiven Entwicklung der Pädagogik und ihrer räumlichen Entsprechung stehen. An das Bestandsgebäude von 1929 wurde axial in Verbindung zum zentralen Treppenhaus die neue Kubatur „angedockt“. Der architektonisch hochwertige, streng symmetrische Altbau ließ vielfältig nutzbare Freiräume für die SchülerInnen vermissen. Die Intervention der Architekten folgt Vorstellungen zeitgemäßer Unterrichtsräume: Die Schule ist nicht mehr strenge Erziehungsstätte, sondern ein Ort, an dem, auch durch entsprechendes räumliches Angebot, selbstständiges Denken und Handeln gefördert werden soll. Die räumliche Umsetzung dieser pädagogischen Haltung zeigt sich in der Konzeption und inneren Strukturierung des Neubaus. Es werden großzügige, halb öffentliche Bereiche, die zu Aktivität und Kommunikation anregen, sowie lichtdurchflutete Klassenzimmer mit direkter Anbindung an den Freiluft-Pausenbereich geschaffen. Der Entwurf ermöglicht durch Aufständerung vielfältige räumliche Sequenzen und Blickbeziehungen im Innenwie im Außenbereich und bietet offene, jedoch gleichzeitig geschützte kommunikative Zonen. Der Erweiterungsbau der Gorch-Fock- Schule gibt Anlass zur Hoffnung, dass der Weiterentwicklung des Schulbaus in Deutschland noch kein abruptes Ende durch ökonomische Zwänge gesetzt ist und dem Konzept „Der Raum als dritter Pädagoge“ noch viele derart qualitativ hochwertige Umsetzungen folgen.

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