Lade Bild /
© BDA Hamburg
ausblenden
nps tchoban voss, Hamburg
Wohngebäude Pacamara

Bauaufgabe: Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses mit 89 Wohneinheiten und Gewerbe im Erdgeschoss; frei finanzierter Mietwohnungsbau
Standort: Singapurstraße / Überseeboulevard, 20547 Hamburg-HafenCity
Bauherr: Überseequartier Beteiligungs GmbH, Hamburg
Projektsteuerung: ALBA – BauProjektManagement GmbH, NL Hamburg
Statik: DBN Planungsgruppe Dröge Baade Nagaraj, Salzgitter
Haustechnik: Ingenieurgesellschaft Ridder – Meyn – Nuckel, Norderstedt
Bauüberwachung: Höhler + Partner, Hamburg
Brandschutz: hhp, Berlin
Bauphysik: ITA – Ingenieurgesellschaft – Wiesbaden
Konstruktion / Material: Massivbauweise als Stahlbetonkonstruktion,  Klinker-Vormauerschale, WDVS im Innenhof, Holz-Alu-Fenster, Alu-Pfosten-Riegel-Konstruktion im Erdgeschoss
Baufertigstellung: 09/2010
 

nps tchoban voss, Hamburg
Wohngebäude Pacamara

Zwei blockrandbildende Gebäudekörper umfahren einen Wohnhof, der ca. 2 m über dem Außenniveau liegt und eine geschützte, halböffentliche Warft bildet. Über drei Öffnungen wird eine Verbindung zum öffentlichen Raum hergestellt: Ein Schlitz auf der westlichen Seite trennt den Körper und ermöglicht über eine großzügige Freitreppe den Zugang zum Wohnhof vom Straßenniveau. Zum Boulevard hin öffnet sich ein 4-geschossiges Fenster über der Sockelzone und verschafft mit einem großen Stadtbalkon über dem Boulevard Ausblick und Verbindung zum Stadtraum. Zum nördlich gegenüberliegenden Bürobau wird dieses Thema über 3 Geschosse wiederholt. Die dynamisch verlaufenden Dachkanten des Blockes steigen nach Südosten zum Platz vor dem alten Hafenamt und nach Nordwesten hin an. Die Fassaden spiegeln die unterschiedlichen Grundrissangebote von Maisonette- und Stadthauswohnungen sowie Geschosswohnungen wider. Tief eingeschnittene Loggien und Erker erschaffen einen plastischen Körper. Das kompakte Gebäude spricht eine klare, sachliche Architektursprache, die Materialität wechselt in traditioneller Manier: Straßenseitig durch die raue Klinkerfassade den Dialog mit der naher Speicherstadt suchend, ist der Innenhof durch eine feinere, helle Putzoberfläche geprägt.

nps tchoban voss, Hamburg
Wohngebäude Pacamara

Das Wohn- und Geschäftshaus entspricht dem städtebaulichen Konzept der Impulssetzung und teilweisen Wiederbelebung der gewachsenen innerstädtischen Baustruktur. Der Baukörper fügt sich selbstbewusst und eigenständig in den gegebenen Kontext. Die gewählte Blockrandbebauung wird durch ein intelligentes Wechselspiel von Offenheit und Geschlossenheit strukturiert. Der Entwurf thematisiert die Übergänge vom öffentlichen Stadtraum über einen halb öffentlichen Wohnhof bis zum privaten Bereich der Wohnungen. Der ca. zwei Meter über dem Außenniveau liegende Wohnhof dient als Rückzugsbereich mit wohnungsbezogenen Freiräumen und bietet mit seinen drei Öffnungen eine durchlässige Kommunikationszone zur umgebenden Bebauung. Die Gewerbenutzung in den Erdgeschosszonen sorgt für eine Steigerung der Vitalität innerhalb des Viertels. Die 89 Wohneinheiten wurden als „Maisonetten“, „Stadthaus“ und „Geschosswohnung“ ausgebildet, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Lebenssituationen der Bewohner zu reagieren. Die Gliederung der Fassade erfolgt über die innere Struktur der Wohnungstypologien, die somit auch am äußeren Erscheinungsbild des Gebäudes ablesbar sind. Als bestimmendes Element kommt der für die Fassade des Wohnhofs verwendete weiße Putz auch an den zum öffentlichen Raum orientierten Fassadenseiten zum Einsatz. Hier markiert er, in Ergänzung zum lokal charakteristischen Backstein, den Verlauf der Wohneinheiten. Ein durchaus gelungenes Statement zum zeitgenössischen Wohnbau!

mehr Infos zum Projekt anzeigen